Güllotine oder freies Nesting: Wie Plattenzuschnitt wirklich funktioniert
Warum jeder Schnitt über die ganze Platte gehen sollte — und wann sich freies Nesting lohnt.
Was Güllotinenschnitt bedeutet
Ein Güllotinenschnitt verläuft über die gesamte Platte oder den gesamten Streifen, von Kante zu Kante. Plattensägen, Tischsägen, Glasritzen und die meisten Blechscheren arbeiten so. Eine Kreissäge lässt sich nicht auf halber Strecke anhalten und woanders fortsetzen — der Zuschnittplan muss das respektieren.
Reihen (Regale) sind das praktische Muster
Professionelle Plattenlayouts packen Teile in horizontale Reihen: Eine Reihe fasst Teile gleicher Höhe, die Säge trennt die Reihe mit einem Querschnitt und schlitzt dann die Teile auseinander. Genau das erzeugt der Plattenzuschnitt-Rechner — jedes Diagramm lässt sich direkt auf der Plattensäge umsetzen.
Freies Nesting sieht auf Papier besser aus
Freies (True-Shape-)Nesting dreht Teile in beliebigen Winkeln und verzahnt sie wie ein Puzzle — oft mit ein paar Prozent mehr Ausnutzung. Die Ausführung verlangt aber CNC-Fräse oder Laser: Eine Säge kann keine beliebigen Winkel reproduzieren, und das Handling kleiner verzahnter Teile kostet Bedienzeit.
Kerf verändert die Geometrie
Jeder Güllotinenschnitt verbraucht die Blattbreite auf seiner gesamten Länge. Ein 4-mm-Kerf über eine 2440-mm-Platte entfernt fast 10 cm² pro Schnitt — bei 30 Schnitten pro Platte ein sichtbarer Verlust. Der Rechner reserviert Kerf entlang jeder Reihe und jeder Teilkante.
Was solltest du nutzen?
Sägst du mit Säge oder Schere? Nutze Güllotine-Layouts — sie lassen sich wie gezeichnet ausführen. Hast du eine CNC-Fräse mit Vollformat-Vakuumbett? Dann kann sich freies Nesting bei teurem Material lohnen. Die meisten Werkstätten erreichen mit guten Reihenplänen 85–92% Ausnutzung — nahe dem, was freies Nesting praktisch erreicht.
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